Waldschule in Flensburg

Aus Vielfalt-lernen-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Waldschule hat sich innerhalb von fünf Jahren zu einer inklusiven Schule entwickelt. 265 Schülerinnen und Schüler, darunter 20 mit sonderpädagogischen Förderbedarf werden hier unterrichtet. Die Schule hat infolge ihrer herausragenden Arbeit die Titel „Zukunftsschule Schleswig- Holstein“ verliehen bekommen. Sie erzielt in den Vergleichsarbeiten des Landes überdurchschnittliche Ergebnisse und fast die Hälfte der Kinder wechseln nach der vierten Schule auf das Gymnasium. Der Anteil der Schüler mit Lernschwierigkeiten und emotional-sozialem Förderbedarf ist in den letzten Jahren durch die Umgestaltung des Unterrichts gesunken - es wird als normal angesehen, dass es schwierige Kinder gibt. Die Schule ist offen für Innovationen und beteiligt sich an Projekten zur Unterrichtsentwicklung (wie z.B. dem „Sinus“-Projekt zur Weiterentwicklung des Mathematikunterrichts).

An der Waldschule werden die Kinder nach ihrem Können, ihren Interessen, Neigungen und Begabungen gefordert und gefördert. Ein wesentliches Ziel ist es dabei, sie über das reine Sach- und Fachwissen hinaus zu selbstverantwortlichem, durchdachtem und nachhaltigem Lernen zu führen. Die Klassen 1 und 2 sind jahrgangsgemischt. Der Unterricht wird konsequent individualisiert: die Kinder arbeiten an individuellen Arbeitsplänen im Rahmen von Wochen- und Freiarbeit. Ein Markenzeichen der Waldschule ist unter dem Motto „Flüsterschule“ die ruhige Lernatmosphäre, die den Kindern eigenständiges Arbeiten an allen Orten der Schule ermöglicht. Jede Klasse verfügt über einen Ausweichraum für Gruppen- oder Partnerarbeit. Für die individuelle Arbeit gibt es „Themenkisten“: z. B. können die Kinder – sogar mit geringen deutschen Sprachkenntnissen - mit Hilfe der Anleitungen und Materialien der Themenkiste „Luft ist mehr als nichts“ eigenständig experimentieren.

Eine besondere Herausforderung für die Schule ist die sprachliche Heterogenität der Schülerinnen und Schüler, in deren Familien 23 unterschiedliche Sprachen gesprochen werden. Für nichtdeutschsprachige Kinder gibt es Unterricht in „Deutsch als Zweitsprache“, bei dem mit der Universität Flensburg kooperiert wird. Die Schulverweildauer in der Eingangsphase kann in ein bis drei Jahren absolviert werden und ist den persönlichen Möglichkeiten des Kindes angepasst. Kompetenzraster in den Schwerpunktfächern geben Aufschluss über die Lernentwicklungsstufe des Kindes.

Die Zusammenarbeit der Lehrkräfte untereinander und mit der Schulleitung ist herausragend. Eine Steuergruppe im Kollegium arbeitet am zentralen Thema Inklusion und kooperiert dazu mit den Inklusionsforschern Prof. Dr. Andreas Hinz und Ines Boban. Regelmäßige interne und externe Evaluationen zeugen von dem hohen Qualitätsbewusstsein der Schule.

Die Kinder gestalten das Schulleben aktiv mit: sie eröffnen den Unterrichtstag und leiten den Morgenkreis. Sie haben die Möglichkeit, eine Ausbildung zum Schüler-Mediator zu absolvieren oder sich in Theatergruppen und beim gemeinsamen Musizieren in der Öffentlichkeit einzubringen. In Pausen regeln sie die eigeninitiierte Spielgeräteausleihe oder engagieren sich in der Schulbibliothek. Im Schülerparlament beschäftigen sich Schüler mit der Gestaltung des offenen Ganztagsangebots. „Schwierige“ Schüler werden in lebenspraktische Tätigkeiten einbezogen, wie dem Schulkioskbetrieb. Regelmäßig finden offene Konzerte der Schülerschaft im Schulgebäude statt, bei denen Kinder allein oder im Klassenverband ihr Können präsentieren.

Unter dem Leitspruch „Gut informierte Eltern sind ein tragendes Element der Lernbiografie eines Kindes“ steht die Zusammenarbeit mit den Eltern. Die Schule bietet Familien bei Interesse und Bedarf Begleitung der Erziehungsprozesse durch eine Sozialpädagogin an. Außerdem werden nach Bedarf individuelle Fallberatungen am „Runden Tisch“ mit allen Beteiligten aus der sozialen Umgebung des Kindes diskutiert und gemeinsam Maßnahmen vereinbart. Eltern werden bei allen Projekten der Schule, bei der Planung und Durchführung eingebunden. Die Zufriedenheit mit der Schule innerhalb der Elternschaft liegt bei 95 Prozent.

Die Schule bietet ein offenes Ganztagsangebot an. Bereits morgens ab 7.00 Uhr können Eltern ihre Kinder in der Schule bringen. Das Angebot beinhaltet neben der Mittagsversorgung und Hausaufgabenbetreuung zahlreiche Arbeitsgemeinschaften, z.B. „Rock & Roll-Kurse“ oder „Judounterricht“.

Die Schule arbeitet intensiv mit anderen Bildungseinrichtungen im Umfeld zusammen. Bereits vor der Einschulung werden Vorschulkinder im Kindergarten besucht, um den Übergang vorzubereiten und den zukünftigen Schüler kennenzulernen. An Schnuppertagen kann das Kind die Schule besuchen. Zu den Kooperationen der Schule zählen Sängerpatenschaften mit dem Flensburger Musiktheater. Das Schleswig-Holsteinische Landestheater bietet der Schule musikalische Unterstützung bei Projekten an. Die Kinder haben außerdem die Möglichkeit, an Generalproben des Theaters teilzunehmen. Mit der Universität Flensburg gibt eine Zusammenarbeit im naturwissenschaftlichen Bereich: „Mini-Phänomenta“ bzw. physikalische Phänomene werden im Schulgebäude ausgestellt. Der türkische Kulturverein bietet in der Schule Islamunterricht für die muslimischen Schüler an. Zusätzlich gibt ein türkischstämmiger Lehrer am Nachmittag für Kinder aus dem Umfeld türkischen Kulturunterricht. Länderübergreifende Grenzprojekte setzt die Schule gemeinsam mit Flensburger Künstlern um. Im Projekt „Comenius-Regio“ tauscht sich die Waldschule mit einer Partnerschule in Schweden aus.

Zur Lösung der Probleme im Stadtteil engagiert sich die Schule im „Arbeiterkreis Nord“, in dem alternative Angebote für Kinder erarbeitet werden. Große Begeisterung löste das Zirkus-Projekt der Schule aus, welches resultierend seines großen Erfolgs sogar auf internationaler Ebene ein weiteres Mal durchgeführt worden ist.

Die Schule im Web: waldschule.lernnetz.de