Stationenlernen

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Stationenlernen (auch als Lernzirkel bekannt) ist eine Arbeitsform, bei der sich die Schüler mit an verschiedenen Orten (Stationen) ausgelegten Lernaufträgen beschäftigen. Ihr selbstständiges Vorgehen schließt neben der Bearbeitung des Materials die Dokumentation der Fortschritte und idealerweise die Überprüfung der eigenen Ergebnisse mit ein.

Das Stationenlernen bietet viel Raum für Variation: An jeder Station kann es um andere Inhalte, Methoden oder Zugangsweisen zum Lernstoff gehen. Die Arbeit an den Stationen kann einzeln oder in Kleingruppen erfolgen. Die Reihenfolge der Stationen und die Bearbeitungszeit pro Lernauftrag können von der Lehrperson vorgegeben oder den Lernenden überlassen werden. Auch kommt eine Trennung nach Pflicht- und Wahlstationen infrage. Die Lehrkraft hält sich während der Durchführung des Stationenlaufs als helfender Ansprechpartner im Hintergrund. Vor allem in der Vorbereitung liegt ihr Arbeitsaufwand. Folgende Faktoren gilt es zu berücksichtigen bzw. zu erarbeiten:

  • Raum für Stationen und Arbeitsplätze für die Schüler?
  • Themenwahl und Aufspaltung des Themengebietes in Teile, die bestenfalls unabhängig voneinander und in verschiedener Reihenfolge bearbeitet werden können
  • Arbeitsaufträge für jede Station, gegebenenfalls nach Niveaustufen der Lernenden differenziertes Material
  • Methodenvielfalt an den unterschiedlichen Stationen: Forschen und Entdecken, Produzieren, Dokumentieren…
  • Erstellung von Laufzetteln oder Mappen zur Dokumentation des Arbeitsvorgangs und seiner Ergebnisse, sowie von Material zur Selbstüberprüfung
  • Erarbeitung von Hilfestellungen für die einzelnen Stationen, auf die die Schüler bei Fragen zurückgreifen können

Für Aufbau und Einführung in die Arbeitsweise (Vorstellung der Stationen, Erklärung der Materialien und der Hilfen) muss genügend Zeit eingeplant werden, ebenso für die Vorbereitung und Präsentation der Schülerergebnisse und eine gemeinsame Auswertung am Ende der Phase. Dem hohen Aufwand steht allerdings auch großer Nutzen gegenüber. Die Schüler erschließen sich ein Themengebiet auf vielfältige Weise, dies bietet Raum für Kreativität und individuelles Lernen. Sie erlangen Kompetenzen im selbstorganisierten Lernen und üben sich idealerweise darin, ihren eigenen Lernprozess kritisch zu reflektieren und dessen Ergebnisse zu überprüfen.

Links und Literatur

  • Sehr detaillierte Übersicht im Methodenpool der Universität Köln (Dr. Kersten Reich) mit Beispielen aus der Praxis
  • Lange: Dirk: Lernen an Stationen, in: Kaiser, Astrid /Pech, Detlef (Hg.): Unterrichtsplanung und Methoden, Baltmannsweiler 2004, S. 172–176
  • Informationen zum Stationenlernen des Verbundprojektes "Lernen für den Ganztag" mit weiterführender Literatur