Rhythmisierung

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Mit Rhythmisierung wird eine Strukturierung des Schultages bezeichnet, die in der Länge flexible, untereinander variable Zeiteinheiten für Unterricht, Freizeit, Bewegungsangebote etc. vorsieht. Sie löst an Schulen zunehmend das starre Raster der 45 Minuten-Unterrichtseinheiten ab, insbesondere im Zusammenhang mit dem Übergang zur Ganztagsschule.

Der Begriff ist orientiert an der Forschung zum Biorhythmus, laut welcher der Mensch physischen, intellektuellen und emotionalen Rhythmen mit periodischen Schwankungen unterworfen ist. Etwas weiter verstanden bezeichnet der Begriff allgemein Aufmerksamkeits-, Anspannungs- und Entspannungsphasen, die der menschliche Körper im Laufe eines Tages durchlebt.

"Heute spricht die Forschung vorzugsweise von einer veränderten Zeitstruktur des Schultages statt von einer Rhythmisierung, denn es geht um mehr als um eine Orientierung an altersspezifischen Bio-Rhythmen."

http://www.ganztaegig-lernen.org/www/web493.aspx

Durch eine offenere zeitliche Gestaltung des Schultages soll dem menschlichen, insbesondere kindlichen Bedürfnis nach regelmäßigem Wechsel von Konzentrations- und Entspannungsphasen Rechnung getragen werden. Leistungshöhepunkte sowie -tiefpunkte sind bei jedem Menschen anders über den Tag verteilt. Bei einer Zeitstruktur, die mehr Selbstorganisation der Schüler zulässt, z.B. bei der Frage welches Lernangebot sie unmittelbar nach dem Mittagessen wahrnehmen, kann dies berücksichtigt werden. Längere Unterrichtsphasen lassen mehr Raum für die intensive Beschäftigung mit einem Thema und für neigungsorientiertes, entdeckendes Lernen. Wichtiges Element ist hierbei, dass die Zeit- und Arbeitsorganisation des Tages oder der Woche gemeinsam im Klassenverbund besprochen bzw. festgelegt wird und allen einsichtig ist.

Rhythmisierung kann verschiedene Elemente umfassen, die sich je nach Schulform (Halbtags-, offene oder gebundene Ganztagsschule) ganz- oder teilweise in den Schultag integrieren lassen. Zum Beispiel:

  • Gleitender Beginn des Schultages, z.B. mit optionalem Frühstücksangebot
  • Längere Unterrichtsblöcke (z.B. 90 Minuten), Projekt- oder Epochenunterricht
  • Aktive Pausen, längere Pausen, gemeinsames Mittagessen
  • Offene Phasen, die von den Schülern individuell gestaltet werden, z.B. in der Schülerbücherei, im Computerraum, auf dem Schulhof
  • Offene Schlussphase mit Betreuungsangeboten

Die Rhythmisierung orientiert sich an der pädagogisch-didaktischen Ausrichtung der Schule, nicht umgekehrt. Sie stellt im Idealfall eine konzeptionelle Verbindung von Unterrichts- und Freizeitangeboten dar, die gemeinsam von Lehrkräften, Pädagogen, Eltern und Schülern gestaltet wird. Daher wird ein derartiges Konzept an jeder Schule spezifische Züge tragen.

Links und Literatur