Partizipation

Aus Vielfalt-lernen-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Schule ist ein Lern- und Lebensraum für Schüler, Lehrer und Eltern, den alle gemeinsam gestalten. Dies kann sich zum einen in – oftmals außerunterrichtlichem – Engagement äußern (vgl. Elternarbeit). Es meint aber auch die Beteiligung an Entscheidungsprozessen, die die Schule, ihre Entwicklung und damit auch alle an Schule beteiligten Akteure unmittelbar oder mittelbar betreffen.

Partizipation kann bedeuten, dass diejenigen, die von einer bestimmten Entscheidung betroffen sind, (1) informiert werden und die Entscheidung sowie ihre Begründung ihnen damit transparent gemacht werden. Sie können weiterhin (2) beratend hinzugezogen und damit in die Entscheidung eingebunden werden oder (3) selbst verantwortlich am Entscheidungsprozess beteiligt sein bzw. mit stimmen. Darüber hinaus können alle am Schulleben Beteiligten auch Entscheidungsprozesse selbst initiieren.

In der Schule ist Partizipation ein grundlegendes Thema, denn hier wird Demokratie „im Kleinen“ gelehrt und praktiziert. Daher ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schülern reale Gestaltungsspielräume eröffnet werden, die sie in Eigenregie nutzen können. Ihre Anliegen müssen dabei ernst genommen werden, auch wenn dies bedeutet, Kontrolle in gewissem Maße abzugeben. Im Kontext von Schule bedeutet dies, dass nicht in allen Fällen Partizipation im Sinne von vollständiger Selbstbestimmung eingeräumt wird.

Schüler können auf unterschiedlichen Ebenen mitbestimmen, von der gemeinsamen Erarbeitung von Unterrichts-, Klassen- oder Schulregeln bis hin zur Mitwirkung in den Entscheidungsgremien der Schule. Denkbare Formen sind Schülerrat oder Schülerparlament, auf tieferer Ebene auch Stufenparlament, Klassenrat oder die Funktion als Klassensprecher. Neben diesen Formen der Partizipation können Schülerinnen und Schüler für Projekte (s. Projektlernen) im oder nach dem Unterricht volle Verantwortung übernehmen.

Für Eltern bieten sich im Rahmen der Elternpflegschaften und Elternräte / Elternbeiräte Möglichkeiten der Mitbestimmung. Darüber hinaus können sie über Lernverträge bzw. Lernzielvereinbarungen direkt als Partner der Schule in den Lernprozess ihres Kindes eingebunden werden.

Best Practice

Zahlreiche erfolgreiche Projekte zur Partizipation finden sich in der Toolbox Bildung der Bertelsmann Stiftung (hier).

Literatur und Weblinks

  • Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.): Mitwirkung (er)leben. Handbuch zur Durchführung von Beteiligungsprojekten mit Kindern und Jugendlichen, Gütersloh 2008
  • Reith, Sandra: Warum Partizipation in der Schule?
  • Schmidt, Ralf: Partizipation in Schule und Unterricht, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 44 (2001), S. 24-30 (Internetversion)