Lernkompetenz

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Inhaltsverzeichnis

Kompetenz und Lernkompetenz

Bislang findet sich für den Kompetenzbegriff allgemein und den Lernkompetenzbegriff im Besonderen wissenschaftlich keine eindeutige Definition. Hinzu kommt, dass es eine Vielzahl ähnlicher Bezeichnungen gibt, die auf das Gleiche abzielen. So werden synonym zum Kompetenzbegriff z.B. auch die Begriffe Können, Handlungsfähigkeit, Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten oder Schlüsselqualifikationen verwendet. Darüber hinaus ist es für eine Begriffsbestimmung notwendig, die Reichweite und die Disziplin, in der von Kompetenz gesprochen wird, zu berücksichtigen. Czerwanski, Solzbacher und Vollstädt (2002) finden für die Bezeichnung "Lernkompetenz" folgende Beschreibung:

"Lernkompetenz umfasst die Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Gewohnheiten und Einstellungen, die für individuelle und kooperative Lernprozesse benötigt und zugleich beim Lernen entwickelt und optimiert werden. Lernkompetenz umfasst die miteinander verbundenen Dimensionen:

Lernkompetenz wird allerdings gerade nicht durch die Addition oder Verknüpfung dieser drei Kompetenzbereiche allein erreicht, sondern benötigt die Reflexion über die Lernprozesse und -ergebnisse als unverzichtbare Voraussetzung. Dies bedeutet für die Schule, dass die genannten Kompetenzen im Hinblick auf das Weiterlernen reflektiert und für die Optimierung der eigenen Lernstrategien genutzt werden müssen."

Lernkompetenz fördern in der Praxis

Damit sich die Lernkompetenz der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich der oben genannten drei Dimensionen optimal entwickeln kann, sind nach Buschmann(2010, S. 5) nachfolgende "Standards" grundlegend. Demnach wird die Lernkompetenz wirkungsvoll gefördert, wenn die Schülerinnen und Schüler:

  • in die Planung und Gestaltung von Unterricht eingebunden sind,
  • selbst ermitteln, was sie schon können,
  • sich selbst erreichbare Ziele setzen,
  • im individuellen Tempo arbeiten,
  • effektive Lern- und Arbeitsstrategien entwickeln,
  • im Team lernen und handeln,
  • sich als Lernpartner unterstützen,
  • sich beim Lernen beobachten und bewerten,
  • die Lernerfahrung reflektieren,
  • beim Lernprozess nachsteuern,
  • das lernergebnis selbst bewerten,
  • die Lernentwicklung dokumentieren.

Anforderungen an das Lehrerhandeln

Buschmann (2010) beschreibt neben den Einflussgrößen des Schülerhandeln auch solche für das Lehrerhandeln, damit sich die Lernkompetenz ihrer Schüüler entwickeln kann. Demnach wird die lernkompetenz effekitv gefördert, wenn Leherinnen und Lehrer:

  • Ziele, Inhalte und Leistungsanforderungen transparent gestalten,
  • die Schülerinnen und Schüler in die Unterrichtsgetsaltung mit einbinden
  • wissen, was ihre Schülerinnen und Schüler bereits können,
  • differenzierende Aufgaben entwickeln und individuelle Lernanforderungen ermöglichen,
  • Zeit für individuelles Lerntempo einräumen,
  • effektive Lern- und Arbeitstechniken vermitteln, nutzen und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern reflektieren,
  • kooperatives Lernen und Handeln anbahnen, befördern und begleiten,
  • Lernpartnerschaften unterstützen,
  • Formen der Beobachtung, der Reflexion, der Bewertung und des Feedbacks kontinuierlich in die Unterrichtsgestaltung integrieren,
  • Lernprozess und Lernzuwachs individuell würdigen,
  • eine angemessene Balance herstellen zwischen lehrergesteuertem und selbstgesteuertem sowie kooperativem Lernen
  • die eigene Unterrichtserfahrung dokumentieren und reflektieren.

Literatur und Quellen

  • Buschmann, R. (Hrsg.): Lernkompetenz fördern - damit Lernen gelingt. Leitfaden und Beispiele aus der Praxis. Köln. 2010
  • Czerwanski, A., Solzbacher, C., Vollstädt, W. (Hrsg.): Förderung von Lernkompetenz in der Schule. Band 1: Recherche und Empfehlungen. 2. Aufl. Gütersloh. 2005