Lehrerrolle

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Inhaltsverzeichnis

Hintergründe

Aufgrund der sich immer mehr ausdifferenzierenden Gesellschaft und der immer heterogener werdenden Schülerschaft mit unterschiedlichen (Lern)schwächen und (Lern)Stärken und unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen und wachsen die Ansprüche und Erwartungen an die Lehrkraft. Der permanente (gesellschaftliche) Wandel determiniert das Lehrerhandeln und damit die Lehrerrolle. So geht es heute zunehmend weniger um Bildungsarbeit und zunehmend mehr um Erziehungsarbeit. Folgende Fragen können laut Paradies/Linser (2008, S. 25) hinsichtlich der Rollendefinition an den einzelnen Lehrer herangetragen werden:

  • "Wieviel Facharbeit muss ich vermitteln, wieviel Erziehungsarbeit kann ich mir leisten?
  • Wie kann ich den äußerst unterschiedlichen Erwartungen der Schüler, der Eltern, der Kollegen und der Schulaufsicht an meine Lehrerrolle genügen?
  • Welche Erwartungen habe ich als Lehrer an mich selbst und wie kann ich diesen meinen Erwartungen gerecht werden?"

Der Lehrer und seine Rollen

Im Hinblick auf die Hintergründe und Ansprüche des Lehrerberufs ist nachvollziehbar, dass hierin unterschiedliche Rollen impliziert sind. Nachfolgend werden drei anskizziert, wobei angemerkt werden muss, dass eine klare Trennung nicht vorzunehmen ist und sich sicherlich noch mehr Rollen definieren lassen. Dies ist nicht zuletzt eine Besonderheit des Lehrerberufs.

Der Lehrer als Wissensvermittler

In der (traditionellen) Rolle als Wissensvermittler ist es die Aufgabe des Lehrers, den Schülern das (eigene) fachliche Wissen, welches auch im Lehrplan festgelegt ist, nahe zu bringen und sie sozusagen daran Teil haben zu lassen mit dem Ziel, dass sie es verinnerlichen. Dies erfordert, den Unterricht zu planen und den Lernprozess in Richtung auf dieses Ziel (=Wissenserwerb) zu strukturieren. Gleichfalls müssen hierfür geeignete (unterschiedliche/vielfältige/fachspezifische) Methoden, Arbeitsformen und Medien herangezogen werden. In der Rolle des Wissensvermittlers greift der Lehrer also auf seine didaktisch-methodische Kompetenz zurück.

Der Lehrer als Lerngestalter

In der Rolle des Lerngestalters geht es nicht nur um die Unterichtsgestaltung, sondern auch darum, gemeinsam mit den Schülern optimale (innere und äußere) Lernbedingungen zu schaffen. Außerdem geht es hierbei auch um seine erzieherische Kompetenz, wobei es insbesondere um die personale Entwicklung geht(z.B. Fähigkeit zu lebenslangem Lernen, Sensibilisierung für gesellschaftliche Themen, aber auch Förderung von Teamfähigkeit, Selbstbewusstsein, Hilfsbereitschaft, Kritikfähigkeit,...).

Der Lehrer als Berater

Die Beraterrolle erfordert vom Lehrer, sich intensiv mit den individuellen Potentialen, moralischen Grundsätzen und dem sozialen Umfeld der Schüler auseinander zu setzen und hierüber zu informieren. Die Funktion als Berater ist damit auch in Teilbereichen an seine pädagogische Diagnosekompetenz gekoppelt. Der Lehrer kann somit einerseits optimal den einzelnen Schüler hinsichtlich seiner Schullaufbahn beraten und unterstützen, aber andererseits auch die Eltern.

Literatur

  • Paradies/Linser: Differenzieren im Unterricht. 5. Aufl. Berlin. 2008
  • Element B
  • Element C