Kooperatives Lernen

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Kooperatives Lernen stellt Eigenaktivität und Kooperation von Schülerinnen und Schülern als wichtige Elemente des Unterrichts in den Mittelpunkt.

Inhaltsverzeichnis

Warum?

Kooperatives Lernen bedeutet, dass sich Schülerinnen und Schüler gegenseitig bei der Arbeit unterstützen und gemeinsam zu Ergebnissen gelangen. Dies geschieht in Partner- oder Gruppenarbeit . In gut strukturierten Lerngruppen wird unter Zuhilfenahme von zahlreichen Methoden ein hohes Aktivierungsniveau der Lernenden erreicht mit nachhaltigen Erfolgen im kognitiven Bereich. Problemlöse- und Sozialkompetenz werden gleichermaßen aufgebaut und führen häufig zu einem positiveren Selbstbild der Lernenden. Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Arbeit in Gruppen ist das Schaffen eines förderlichen sozialen Klimas mit positiven Abhängigkeiten unter den Gruppenmitgliedern.

http://www.learn-line.nrw.de/angebote/greenline/lernen/grund/gruende.html#definition

Was ist das?

"Lernen mit neuen Medien" - oder besser "Neues Lernen mit Medien"? Wer den Schritt über die kognitive Aneignung von Wissen hinausgehen und Freiraum für konstruktivistische Lernansätze schaffen will, wird sich mit den Methoden des kooperativen Lernens auseinandersetzen:

Im Kontext der PISA-Studie wird nach Möglichkeiten der Verbesserung von Unterricht gesucht. In diesem Zusammenhang ist es hilfreich, Erfahrungen aus anderen Ländern in Betracht zu ziehen und in Bezug auf die Möglichkeiten in deutschen Schulen zu bewerten.

In Kanada konnte Norm Green mit seinem Konzept des "Kooperativen Lernens" erhebliche Erfolge erzielen. Er entwickelte auf der Basis der Erkenntnisse der amerikanischen Wissenschaftler David und Roger Johnson ein Konzept für den Unterricht, das zu erheblichen Verbesserungen der Schülerleistungen führte und Lehrerinnen und Lehrern effektive und befriedigende Lehrmethoden an die Hand gab.


Kooperatives Lernen, 28.08.2005


Unterrichtsmethoden im kooperativen Lernen

Das Grundprinzip: Think - Pair - Share

1. Schritt: THINK

Die einzelne Schülerin, der einzelne Schüler erhält einen Auftrag, z.B. einen Text zu lesen, ein Bild zu deuten oder dazu zu assoziieren, ein erweitertes Namensschild zu erstellen, etc. Normalerweise erhalten in dieser Phase alle Schülerinnen und Schüler eine Aufgabe, die im folgenden Schritt einen sinnvollen Austausch ermöglicht. In der Regel wird die Lehrerin/der Lehrer für diesen Arbeitsschritt eine knapp bemessene Zeit angeben, um eine angemessene Arbeitshaltung zu erzeugen. Nach der angekündigten Zeitspanne folgt der nächste Schritt:


2. Schritt: PAIR

Die Schülerinnen und Schüler werden nun paarweise zusammengesetzt und darüber informiert, dass jeder nach dieser Phase in der Lage sein soll, den Bericht ihres Partners der Gesamtgruppe vorzustellen. Es ist sinnvoll, das gewünschte Verhalten der Schülerinnen und Schüler in dieser Phase klar zu modellieren. Dann tauschen sich die Paare über ihre Arbeitsergebnisse aus. Dies geschieht in der Regel in einer etwas ritualisierten Form: Zuerst wird der Partner A seine Aufgabe und sein Arbeitsergebnis vorstellen, während Partner B sich Notizen macht, danach vice versa. Auch in diesem Schritt ist die Zeit üblicherweise knapp bemessen. Die Lehrperson wird während dieser Phase die Arbeit der Paare genau beobachten, wird zwischen den Paaren umhergehen, zuhören und entscheiden, wen sie am Ende dieser Phase bitten wird, beispielhaft über die Arbeitsergebnisse des Partners Auskunft zu geben.


3. Schritt: SQUARE (optional)

In diesem Schritt verbinden sich je zwei Paare zu einer Vierergruppe, in der dann - in knapper Form - jedes Mitglied seinen Paar-Partner mit seinen Arbeitsergebnissen vorstellt. Insbesondere, wenn eine neue Gruppenbildung angestrebt wird, ist dieser Weg sehr nützlich, da hier die Chance besteht, Kontakt-Aktivität und inhaltliche Arbeit problemlos zu verknüpfen. (Beispiel: Die Aufgabe der einzelnen Schülerinnen und Schüler ist es, ein erweitertes Namenschilds - vielleicht in Form eines Buddy-Book - zu einem vorgegebenen Thema zu erstellen)


4. Schritt: SHARE

In dieser Phase präsentieren Schülerinnen und Schüler Ergebnisse der früheren Arbeitsphasen der gesamten Lerngruppe. Dies kann die Form annehmen, dass nach der Partnerarbeit einzelne Schülerinnen und Schüler jeweils die Arbeitsergebnisse ihres Partners vorstellen, es kann sein, dass nach einer Gruppenarbeitsphase Schülerinnen und Schüler als Sprecher der einzelnen Gruppen die Gruppenergebnisse präsentieren. In allen Fällen ist es so, dass die Präsentatoren Arbeitsergebnisse präsentieren, die sie nicht allein zu verantworten haben. Dies erleichtert gerade auch ängstlichen Kindern den Auftritt vor der Lerngruppe. Das so bestärkte Gefühl der eigenen Sicherheit ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls.


http://www.kooperatives-lernen.de/dc/netautor/napro4/appl/na_professional/parse.php?mlay_id=2500&xmlval_ID_DOC%5B0%5D=1000132

Methoden

Gruppenpuzzle-Schema

Abgewandelte Methoden

Materialien

  • 15x18-fileicon-pdf.png Individualisierung und Differenzierung
    Die Autoren beschreiben, wie mit dem Kooperativen Lernen ein in hohem Maße differenzierter, den individuellen Bedürfnissen entgegenkommender Unterricht möglich ist.
    Brüning, Ludger / Saum, Tobias (2010). Praxis Schule 1
  • 15x18-fileicon-pdf.png Worin besteht der Gewinn von Kooperation? Warum eigentlich kooperieren?
    Hinter dem Kooperativen Lernen verbirgt sich ein umfassendes Unterrichtskonzept, das auch und gerade die kognitive Entwicklung der Schülerinnen und Schüler fördert und zu daher zu besseren Unterrichtsergebnissen führt.
    Brüning, Ludger / Saum, Tobias (2006). Neue Deutsche Schule Verlagsgesellschaft mbH
  • 15x18-fileicon-pdf.png Kooperatives Lernen - Alle einbeziehen – das geht!
    Schritt für Schritt verändert Kooperatives Lernen die Lernkultur in den Klassenzimmern. Ludger Brüning und Tobias Saum, die Trainer für Kooperatives Lernen sind, beschreiben, was an diesem Lernen so anders ist und wie es funktionieren kann (2006). Neue Deutsche Schule Verlagsgesellschaft mbH
kurze Erläuterung der Grundlagen des Kooperativen Lernens und
Vorstellung verschiedener Methoden auf je einer Seite
Evaluation

Literatur

  • "Individuell lernen - kooperativ arbeiten" - Das Jahresheft 2008 des Friedrich Verlages beschäftigt sich in vielen Artikeln und mit netten Fotos aus dem Schulalltag mit den Facetten des "kooperativen Lernens". Eine EXTRA-Beilage von Ludger Brüning und Tobias Saum stellt darüber hinaus "Methoden für den Unterricht" vor. (Inhaltsverzeichnis als pdf)
  • In der Zeitschrift PRAXIS DEUTSCH Nr. 205/2007 findet man den Artikel "Formt die Grammatik den Gedanken?" von Klaus Tetnang (S. 50 - 60). Darin werden an einem praktischen Beispiel (Erarbeitung zweier Texte zum Linguistischen Relativismus) die Methoden des kooperativen Lernen exemplarisch vorgeführt: Zitatpuzzle, Think-pair-share, Placemats, Drei-Schritt-Interview, Zufallsprinzipien bei der Verteilung von Arbeitsaufgaben.
  • Kirchmann, Ruth / R. Bochmann: Kooperatives Lernen in der Grundschule. zusammenarbeiten – Aktive Kinder lernen mehr, nds Verlag, Essen 2006
  • Miehe, Kirsten und Sven-Olaf: Praxishandbuch Cooperative Learning., dragonboard-publishers, Meezen 2004
  • Schnebel, Stefanie: Unterrichtsentwicklung durch kooperatives Lernen, Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 2003
  • Sharan, Shlomo (Ed.): Handbook of Cooperative Learning Methods, Praeger Publishers, Westport 1999
  • Bernhart, Annette: Methodentraining: Kooperatives Lernen: Ein Praxisbuch zum wechselseitigen Lehren und Lernen (WELL) Klasse 3 bis 10. Auer, 2. Auflage 2010

weitere Fachartikel, zum Teil direkt downloadbar, finden sich in der Artikelsammlung.

Linkliste