Kompetenzraster

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Kompetenzraster ermöglichen dem Schüler Orientierung über seinen aktuellen Lernstand – in Relation zum angestrebten Lernziel einerseits und den bereits zurückgelegten Etappen des Lernwegs andererseits.

Grundlage des Rasters bilden ausdifferenzierte Kompetenzbeschreibungen. Sie erklären, welche Fertigkeiten die Schülerinnen und Schüler im Laufe des Lernprozesses entwickeln und ausbauen werden. Je nach Fach und Dauer des Lernprozesses können sie z.B. für ein Halb- oder Schuljahr definiert werden. Dahinter steht der Gedanke, dass Lernen dem Ausbau derjenigen Kompetenzen dient, die für einen erfolgreichen Bildungsweg und auch im gesellschaftlichen wie im beruflichen Leben unerlässlich sind. Hierzu können neben fachlichen Kompetenzen auch z.B. Informations- oder Präsentationskompetenz gehören, ebenso wie soziale Kompetenzen, beispielsweise Teamfähigkeit. Oft sind die Kompetenzen, die ein Schüler zum Erwerb des mittleren Schulabschlusses bzw. der Mittleren Reife braucht, in den Lehrplänen vorgegeben und es bietet sich an, die anzustrebenden Niveaustufen an diese Anforderungen anzupassen. Der Schüler soll durch die so vermittelte Einsicht in die Ziele seines Lernprozesses ermutigt werden, diesen selbst zu beobachten.

Kompetenzen und Fähigkeiten, die es sich anzueignen gilt, werden entlang einer der Achsen eingetragen. Die Einteilungen der anderen Achse bilden verschiedene Niveaustufen ab, von Grundfertigkeiten bis hin zu komplexen Anforderungen. In die einzelnen Felder dieser Matrix werden dann Lern- und Tätigkeitsbeschreibungen eingetragen, die die Niveaustufe in der entsprechenden Kategorie genau repräsentieren. Die „Ich kann…“-Formulierungen innerhalb der Felder ermöglichen die Identifikation des Lernenden mit den eigenen Fortschritten.

Zur Veranschaulichung ein Beispiel (Fach Mathematik) aus den vom Schweizer Institut Beatenberg bereitgestellten Vorlagen (die vollständigen Raster kann man sich hier herunterladen). In den Zeilen finden sich die Kompetenzen, in den Spalten die Niveaustufen.

Mathematik kraster.gif

Mit Farben, Notizen oder Klebepunkten kann der Schüler in seinem Kompetenzraster markieren, an welcher Stelle des Lernprozesses er sich gerade befindet. Er sieht, was er bereits kann und was er noch alles können wird, wenn er weiterlernt. Das Raster hilft also gleichzeitig bei der Selbstevaluation und bei der Planung der nächsten Lernschritte und -schwerpunkte. Es ist besonders geeignet als Instrument zur individuellen Förderung.

Best Practice


Filmbeispiel für die Arbeit mit Kompetenzrastern an der Max-Brauer-Schule in Hamburg (ab 1:35 Min.):


Links und Literatur

  • www.kompetenzraster.de – Sammelstelle zum Thema im Internet
  • Müller, Andreas: Lernen ist eine Dauerbaustelle. Kompetenzraster als Arbeits-, Selbstführungs- und Evaluationsinstrumente, Februar 2003 (Internetversion)
  • Hagener, Tim: Kompetenzraster – Checklisten – Wochenpläne: Individualisierung und Selbstregulation im Jahrgang 5 einführen, in: Pädagogik 59 (2007), Heft 7-8, S. 12-17
  • Merziger, Petra: Entwicklung selbstregulierten Lernens im Fachunterricht: Lerntagebücher und Kompetenzraster in der gymnasialen Oberstufe (Studien zur Bildungsgangforschung 14) Opladen 2007