Guter Unterricht

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Zum Begriff "Guter Unterricht"

„Guter Unterricht“ ist ein Schlagwort, dem keine eindeutige Definition zugrundeliegt. Im weiten Sinne ist es individuell interpretierbar und kann alle Merkmale umfassen, die jemand als kennzeichnend für seine Vorstellung von gutem Unterricht erachtet. Diese Interpretation ist subjektiv und kann je nach Unterrichtsfach, -situation oder einschätzender Person variieren.

In der Forschung ist versucht worden, die Wesensmerkmale guten Unterrichts mittels eines Kriterienkatalogs objektiv zu normieren. Für diesen Versuch stehen vor allem Hilbert Meyer und Andreas Helmke.

Merkmale guten Unterrichts nach Hilbert Meyer

In seinem Buch "Was ist guter Unterricht" von 2004 beschreibt Hilbert Meyer 10 Merkmale eines guten Unterrichts:


  1. Klare Strukturierung des Unterrichts: Hiermit ist gemeint, die Unterrichtsprozesse, Ziele und Inhalte tranzparent zu machen, sich als Lehrer seiner Rolle (und der der Schüler) klar zu sein und Regeln, Rituale und Freiräume gemeinsam mit den Schülern zu definieren.
  2. Hoher Anteil an echter Lernzeit: Die Qualität und Quantität der Lenrzeit kann erhöht werden durch die Rhythmisierung des Tagesablaufs, durch ein gutes Zreitmanagement, durch Pünktlichkeit und die Verlagerung organisatorischer Ausgaben außerhalb des Unterrichts.
  3. Lernförderliches Klima: Ein lernförderliches Klima entsteht durch eine vertrauensvolle Atmosphäre, die gertagen ist von gegenseitigem Respekt, geteilter Verantwortung, verlässlichen Regeln, gerechtes Lehrerhandeln, fürsorgliches und achtsames Umgehen mitenander (Lehrer-Schüler, Schüler-Schüler)
  4. Inhaltliche Klarheit:Inhaltliche Klarheit hat viel mit Eindeutigkeit und Tranzparenz auf unterschiedlichen Ebenen zu tun. Zuallererst sollte die Aufgabenstellung verständlich sein. Der thematische Ablauf (also wann welcher Unterrichtsstoff dargeboten wird) muss nachvollziehbar und die Ergebnissicherung deutlich und eingebunden sein.
  5. Sinnstiftendes Kommunizieren: Hiermit ist der Prozess gemeint, bei dem die Schüler durch Kommunikation mit dem Lehrer einen Sinn oder eine persönliche Wichtigkeit zum Lerninhalt und der Lehrmethode erkennen.
  6. Methodenvielfalt: Indem der Unterrichtsstoff durch ein großes Repertoire und eine Abwechslung der Darbietungsformen variabel inszeniert wird, vielfältige Handlungsmöglichkeiten implementiert werden und es eine Ausgewogenheit der Grundformen des Unterrichts (= wie etwa Freiarbeit, Lehrgänge, Projektarbeit)gibt, wird der Unterricht für die Schüler interessanter und abwechslungsreicher.
  7. Individuelles Fördern: Hiermit ist das Bewusstmachen und indivdiuelle Eingehen auf die Unterschiede der Schüler, so dass jeder einzelne die Chance bekommt, die eigenen Potentiale sich entfalten zu lassen. Es wird durch innere Differenzierung und Integration, durch das Zugestehen von Freiräumen, Zeit, Geduld und durch individuelle Förderplane ermöglicht.
  8. Intelligentes Üben: Durch Rahmenbedingungen, die es zulassen, dass Übungsphasen intelligent gestaltet sind. Hierzu gehört, dass die Aufgaben gezielt an den Lernstand "andocken", dass regelmäßig wiederholend und mit ausreichend Zeit geübt wird,dass die Aufgaben Lernstrategien und Übungskompetenz fördern,dass die Lehrkraft gezielte Hilfestellungen gibt.
  9. Transparente Leistungserwartungen: Den Schülern werden die Lernangebote, welche sich durch Richtlinien, Bildungsstandards und dem persönlichen Leistungspotential begründen, verdeutlicht und verständliche Rückmeldungen zu ihren Leistungen und Lernfortschritten gegeben.
  10. Vorbereitete Umgebung: Die Klassenräume sollten eine gute Ordnung und funktionale Einrichtung aufweisen sowie intaktes bzw. nutzbares Lernmaterial und Werkzeug bereithalten, sodass ein erfolgreiches und angehmes Arbeiten für Lehrer und Schüler möglich wird.

Diese 10 Aspekte sind nach Hilbert entscheidend dafür, dass Schulunterricht erfolgreich sein kann. Auch andere Experten haben sich mit den Voraussetzungen für guten Unterricht auseinandergesetzt und z.T. sehr ähnliche Indikatoren definiert. So auch Andreas Helmke, welcher die unten aufgeführten Kennzeichen beschreibt:

Merkmale guten Unterrichts nach Andreas Helmke

Nach Andreas Helmke (2006) heißen die Kriterien für „Guten Unterricht“ wie folgt:

  1. Effiziente Klassenführung und Zeitnutzung
  2. Lernförderliches Unterrichtsklima
  3. Vielfältige Motivierung
  4. Strukturiertheit und Klarheit
  5. Wirkungs- und Kompetenzorientierung
  6. Schülerorientierung, Unterstützung
  7. Förderung aktiven, selbstständigen Lernens
  8. Angemessene Variation von Methoden und Sozialformen
  9. Konsolidierung, Sicherung, Intelligentes Üben
  10. Passung

Links und Literatur