Diagnostik

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Eine wichtige Erfolgsvoraussetzung der individuellen Förderung ist Diagnostik. Auf den einzelnen Schüler bezogen trägt sie zur Optimierung des individuellen Lernprozesses bei (Entwicklungsdiagnostik, individuelle Diagnostik). Denn auf der Grundlage eines durch Diagnose ermittelten differenzierten Bildes über Leistungspotenziale und -defizite des einzelnen Schülers können die Fördermaßnahmen seinem Lernprofil angepasst werden.

Diagnostik dient nicht der Bewertung oder Beurteilung der Schülerleistung in Form von Notengebung. Generell gilt es als überholt, vornehmlich Defizite in den Blick zu nehmen und eine Selektion stärkerer oder schwächerer Lerner vorzunehmen. Diagnostik wird stattdessen als Mittel zur stärkenorientierten Förderung eingesetzt. Vor allem in der Sonderpädagogik wird schon seit einiger Zeit der Fokus auf den fördernden Aspekt diagnostischer Maßnahmen (sog. Förderdiagnostik) gelegt. Doch nicht nur bei erhöhtem Förderbedarf ist Diagnostik notwendig: Jedem Schüler kommt es bei der Entfaltung seiner Potenziale zugute, wenn seine individuellen Begabungen erkannt werden. So kann er entsprechend differenzierte Förderangebote erhalten und wird nach seinen Möglichkeiten gefordert.

Zur Diagnose zählt die Beobachtung des Schülers in seinem Lern- und Sozialverhalten. Welche Zugangsweisen wählt er, wie kann er am besten lernen? Wo liegen besondere Interessen und Stärken? Auch Lernschwierigkeiten finden Eingang in die Analyse. Das so gewonnene Lernprofil bildet den Ausgangspunkt für die Entwicklung individuell optimierter Lernwege, die gegebenenfalls auch mit dem Schüler abgestimmt werden (vgl. Lernzielvereinbarungen).

Um die Möglichkeiten der Diagnostik ausschöpfen zu können, brauchen Lehrer entsprechende Diagnosekompetenzen und Freiräume für individuelle Beobachtung und Analyse.

Links und Literatur

  • UDiKom – Projekt zur Verbesserung der Diagnosefähigkeit von Lehrkräften
  • Handreichung Pädagogisch diagnostizieren im Schulalltag des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung Bayern
  • Kliemann, Sabine (Hrsg.) (2010): Diagnostizieren und Fördern. Kompetenzen erkennen, unterstützen und erweitern. Beispiele und Anregungen. Für die Jahrgänge 1 bis 4 (Lehrer-Bücherei Grundschule – kompakt). Berlin: Cornelsen Scriptor.
  • Kliemann, Sabine (Hrsg.) (2008): Diagnostizieren und Fördern in der Sekundarstufe I. Schülerkompetenzen erkennen, unterstützen und ausbauen. Berlin: Cornelsen Scriptor.


Siehe auch