Selbstreflexion und -bewertung

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Begriffsklärung

Wenn Schüler über ihren Lernprozess und -fortschritt oder ihren Lösungsprozess nachdenken, spricht man von Selbstreflexion. Wenn Sie ihre eigene Leistung bewerten, spricht man von Selbstbewertung. Die Begriffe sind jedoch nicht trennscharf zu definieren und "verschwimmen" ineinander. Zum Beispiel kann sich eine Selbstbewertung auf Produkte (ein Endergebnis, wie z.B. ein Lernplakat), Prozesse (z.B. die schriftliche Einschätzung eines Projektverlaufs) oder Präsentationen (Selbsteinschätzung nach einem Vortrag) beziehen.

Absichten und Auswirkungen von Selbstreflexion und Selbstbewertung

Thorsten Bohl (in: Kunze, Solzbacher, 2008, S. 160) führt, angelehnt an die Vorstellungen Maria Montessoris, folgende Absichten und Auswirkungen der Schülerselbstreflxion und Schülerselbstbewertung an:

  • Die Schüler lernen, ein realistisches Selbstbild zu entwickeln, indem sie die erbrachte Leistung kritisch mit den gesetzten oder erwünschten Zielen vergleichen;
  • der Grad der Selbststänbdigkeit wird erhöht, da Selbstreflexion und -bewertung selbstständige Handlungen sind;
  • da die Schüler Erfahrungen mit der Beurteilung machen oder diese sogar beeinflussen können, wird der Prozess der Notengebung durch den Lehrer für sie besser nachvollziehbar und transparent;
  • die höhere Transparenz vermindert Ohnmachtsgefühle bei den Schülern;
  • Schüler können ihre Handlungen besser und bewusster kontrollieren, da ihre Aufmerksamkeit auf den Arbeits- und Lösungsprozess gerichtet wird;
  • die höhere Handlungskonrtolle kann die Lernleistung günstig bzw. positiv beeinflussen;
  • dadurch, dass das Maß an fremdbestimmter Beurteilung vermindert wird, werden Schüler verstärkt in ihren Ansichten ernst genommen.